Geschichte der Wehr
Im Jahre 1838 übernahm die Stadt Itzehoe von den Gilden "wohlunterhaltene Feuerspritzen" mit einer Anzahl von Spritzenleuten. Das erste Brandkorps errichtete die Stadt Itzehoe in den Jahren 1845-1848. Nachdem durch die Turnvereine in mehreren Städten Schleswig-Holsteins Feuerwehren aufgebaut wurden, beschloss sich der Männer-Turnverein Itzehoe (MTV) eine "Freiwillige Turner-Feuerwehr " zu gründen.
Der erste Hauptmann der Turnerwehr war der Zimmermeister Peter Mohr. Unter seiner Leitung musste die Wehr ihre erste Feuerprobe im Winter 1872 bestehen.
Nach dem ersten Weltkrieg musste die Wehr neu aufgebaut werden . Gleichzeitig begann ein planmäßiger Ausbau der Löschwasserversorgung. Pump- und Rohrnetze wurden erweitert und eine große Anzahl von Hydranten wurden in Betrieb genommen.1924 erklärte Brandmajor Johannes Mohr seinen Rücktritt und Hauptmann Johannes Evers nahm seinen Platz ein. In den folgenden Jahren wurde die Wehr zügig motorisiert und es wurden unter anderem auch eine Magirus Automobil-Drehleiter angeschafft. 1929 wurde eine neue geräumigere Feuerwache gebaut.
Bis 1933 wurde die komplette Motorisierung der Wehr erreicht
Während des Zweiten Weltkriegs war die Itzehoer Feuerwehr unter der Führung ihres Hauptbrandmeisters Wilhelm Schunk bei der Bekämpfung der Brände in den von Fliegerangriffen betroffenen Städten Hamburg, Kiel und Wilster eingesetzt. Hervorragendes ist bei diesen Großeinsätzen von den in der Heimat verbliebenen Feuerwehrkameraden geleistet worden.
Nach dem Ende des 2.Weltkriegs mußte die Feuerwehr auf Befehl der alliierten Militärregierung eine Alarmordnung aufstellen und zur Genehmigung vorlegen. Ebenfalls waren bis 1948 Einsatzberichte sowie Berichte über Beschaffungen aller Art der Militärregierung mitzuteilen.
Erst 1947 wurden wieder freie Vorstandswahlen der Feuerwehr Itzehoe durchgeführt. Wilhelm Schunk leitete weiterhin die Geschicke der Wehr. Unter seiner Führung wurde z.B. eine Sterbe- und Unterstützungskasse eingerichtet, im Sterbe- und Unterstützungsfall wurden bis zu 200,- DM an die Hinterbliebenen gezahlt. Er übergab sein Amt am 11.Juni 1956 an Oberbrandmeister Willi Böge.
Unter Willi Böge mussten mehrere Großfeuer bestanden werden. So brannte es im März 1957 im Itzehoer Kaufhaus "IKA" Durch den schnellen und umsichtigen Einsatz ist das Feuer schnell gelöscht. Im Jahre 1959 brannte es dann in einem der gefährdesten Objekte im Bereich der Stadt Itzehoe, der Holzhandlung Biehl in der Helenenstraße. Der schnelle Einsatz der Wehr konnte ein Ausdehnen des Großbrandes auf den gesamten Bereich der Holzhandlung aber verhindern. Bedauerlicherweise wurde der Betrieb aber genau 30 Jahre später bei einem weiteren Großfeuer dennoch ein Raub der Flammen.
Am 28. Januar 1963 beschaffte die Stadt Itzehoe ein Feuerwehrfahrzeug, das den Itzehoer Kameraden besonders ans Herz wuchs:
"Der Lange Peter"
Es handelte sich hierbei um eine Drehleiter mit einer Leiterlänge von 30 Metern (DL30). Sie wurde von den Kameraden der Wehr nach der gleichnamigen Straße in Itzehoe benannt.
Am 13.Juni 1963 wurde die Freiwillige Feuerwehr Edendorf, sowie Ihr in Eigenarbeit errichtetes Gerätehaus in die Feuerwehr Itzehoe integriert. Die Edendorfer Kameraden brachten als Zeichen der Gemeinschaft sogar Ihre Kameradschaftskasse mit nach Itzehoe. Auch heute noch ist ein Großteil der Mitglieder aus dem Stadtteil Edendorf.
Wehrführer Hugo Schünemann, der die Wehr Itzehoe von 1966-1972 geleitet hatte, trat aus gesundheitlichen Gründen vom aktiven Dienst zurück. Er übergab dieses verantwortungsvolle Amt in die Hände Karl-Artur Bekkers, der später auch Kreiswehrführer wurde. Karl Artur (Addi) Bekker und sein Stellvertreter Werner Oehlers führten die Wehr gemeinsam bis 1988. In dieser Zeit wird z.B. die Feuerwache Itzehoe komplett durch einen Neubau ersetzt. Die Einweihung der neuen Feuerwache wurde am 15.September 1982 zusammen mit dem 112jährigem Geburtstag der Wehr gefeiert.
Durch die Wahl zum Kreiswehrführer schied Addi Bekker im Jahre 1988 aus der Führung der Feuerwehr Itzehoe aus. Sie sollte von nun an der Kamerad Karl-Heinz Peters innehaben. Zu seinem Stellvertreter wurde Hans-Heinrich Dammann gewählt. Gleich im ersten Jahr ihrer Amtszeit hieß es das "Jahrhundertfeuer" bei der Holzhandlung Biehl zu bestehen.
Durch die Zunahme der Technischen Hilfeleistungen und der Gefahrguteinsätze, aber auch durch die Gefährdung der Kameraden bei Brandeinsätzen wurde neue Schutzkleidung erforderlich.
Peters rüstete die Wehr als eine der ersten Wehren in Schleswig-Holstein mit moderner Kleidung aus NOMEX III - Gewebe aus.
Diese Verbesserung der persönlichen Schutzausrüstung setzte er mit der Beschaffung von neuen Schutzhelmen und Stiefeln fort.
Am 24. Oktober 1994 übergab Karl-Heinz Peters die Wehr an seinen Nachfolger Peter Happe. Stellvertreter blieb zunächst der bisherige: Hans Heinrich Dammann.
Peter Happe und Hans Heinrich Dammann sorgten fortan für einen weiterhin gleichmäßig hohen Ausbildungsstand der Wehr. Diverse Technische Gerätschaften und Fahrzeuge wurden unter Ihrer Führung beschafft bzw. erneuert.
Da die Amtszeit des Wehrführers und seines Stellvertreters am 01.01.2001 ablief, wurden bereits am 09.10.2000 Wahlen im Rahmen einer Mitgliederversammlung durchgeführt. Dabei wurde der Wehrführer von den Stimmberechtigten in seinem Amt bestätigt und wieder gewählt.
Aus Altersgründen hatte der Kamerad Dammann nicht mehr kandidiert, seine Nachfolge übernahm der Kaufmann Achim Netzow.
Bei einem Übungsdienst wurde die ältere der beiden Drehleitern (Florian Steinburg 10/32/2) duch einen technischen Defekt so stark beschädigt, dass sie ausgemustert werden mußte. Durch das starke Engagement der Wehrführung und den Fürsprechern bei Stadt und Kreis konnte im Februar 2002 ein Vorführgerät als Ersatz erworben werden.
Ein unverschuldeter Verkehrsunfall stellte dann den Vorausrüstwagen im Jahre 2005 außer Dienst. Eine Neubeschaffung des besonders bei Verkehrsunfällen auf der Autobahn so wichtigen Fahrzeuges konnte schnell durchgeführt werden, da die Politik von der Dringlichkeit und Zweckmäßigkeit einer Ersatzbeschaffung überzeugt werden konnte.

Eine Tragödie ereignete sich am 11.12.2006. Unser Kamerad Kai Böge kommt beim Versuch einen anderen Taucher zu retten als Feuerwehrtaucher ums Leben und hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder.
Das Ereignis löst eine Welle des Mitgefühls in der gesamten Republik aus.
2008: Die Stadt Itzehoe stellt einen weiteren Gerätewart für Ihre Feuerwehr ein. Somit werden die Gerätschaften und Fahrzeuge der Wehr zukünftig von vier Personen gepflegt.
Der Startschuß für ein neues Gerätehaus für den Stadtteil Edendorf erfolgt im Jahre 2009. Nach jahrelangem Hin und Her beginnt der Bau eines Gerätehauses in der Lise-Meitner-Straße. Endlich ist ein Ende des lange währenden Provisoriums in Sicht. Seit Jahren stand das Fahrzeug der Edendorfer Kameraden in einer Scheune ohne Heizung und Waschmöglichkeiten.
Die Fertigstellung des Gerätehauses, welches im Kameradenkreis als "Wache Nord" bezeichnet wird, ist bereits im Januar 2010 gegeben. Am 15. des Monats wird das schöne Haus vom Bürgermeister an den Wehrführer Peter Happe in den Dienst der Feuerwehr übergeben.
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