Finger weg von der Tauchergruppe!
vor mehr als 25 Jahren wurde in Itzehoe eine Feuerwehrtauchergruppe gegründet, da bis zu diesem Zeitpunkt die Wasserrettung aus Tiefen mittels einer "Totenangel" oder durch später herbeigeholte Sporttaucher durchgeführt wurde. Dabei waren die "Erfolgsquote" und die Überlebenschancen sehr gering. Von den heutigen Standards der patientengerechten Wasserrettung konnte davor keinerlei Rede sein, vielfach mussten durch die damals zur Verfügung stehenden Gerätschaften zusätzlich grobe Verstümmelungen der Ertrunkenen hingenommen werden.
Erst durch das professionelles Rettungstauchen und die Wasserrettung der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe wurde eine erhebliche Verbesserung des nicht haltbaren Zustandes erreicht. Endlich konnten ernsthafte Rettungsmaßnahmen greifen. Und das sogar unter Eis.

Aber nicht nur Menschenrettung gehört zu den Aufgaben der Taucher, auch das Bergen von Sachgütern, die Unterwasserreparatur (Wer kennt nicht die Bilder der vergangenen Jahre, wo bei Oderflut und Elbhochwasser die Deiche durch Taucher mit Folien geschützt und Überschwemmungen verhindert wurden?), und somit Schadensminimierung auch an Schleus- und Hafenanlagen oder das Verhindern von Umweltschäden, wie beispielsweise bei der Havarie der Uno oder bei verunfallten Fahrzeugen sind wichtige Tätigkeiten. Dafür werden Spezialisten gebraucht. Die Itzehoer Feuerwehrtauchergruppe stellt diese Spezialisten an der Westküste Schleswig-Holsteins bereit. Ehrenamtlich und zu jeder Zeit; an allen 365 Tagen des Jahres. Es handelt sich um die einzige Gruppe Ihrer Art weit und breit.

Die Tauchergruppe ist aber als Allererstes für die Bürger der Stadt Itzehoe eingerichtet worden. Wir eilen zusätzlich jeden zur Hilfe, der in Not ist oder dem ein Unglück widerfahren sollte. Wir unterscheiden nicht - wie nun leider Teile der Politik - ob es ein Leben innerhalb der Stadt Itzehoe oder im Umland zu retten gilt!
Unser stärkstes Mittel ist dabei die präventive Arbeit incl. Information der Bürger und Ausbildung von Einsatzkräften, die mit der Eis- und Wasserrettung oder Einsätzen am Wasser betraut sind. Also geht es um weitaus mehr, als der Teilbereich des Feuerwehrtauchens.
Übrigens ist die Eis- und Wasserrettung mit der Befreiung von Personen aus Aufzügen, dem Abstreuen von Ölspuren und auch der Menschenrettung aus verunfallten Fahrzeugen gleichzusetzen. Es geht immer um die Gefahrenabwehr und die Hilfeleistung bei Not- und Unglücksfällen!
Für alle Beteiligten unverständlich ist daher, dass diese wichtige Tauchergruppe nun in der öffentlichen Diskussion steht, hervorgerufen von Vertretern einzelner Fraktionen der Politik, welche sich nicht einmal für einen persönlichen Eindruck direkt vor Ort informieren wollen. Also auch von Menschen, die uns noch vor wenigen Jahren aufforderten und bestärkten, mit der Feuerwehrtauchergruppe unverändert weiterzumachen!!!
Dieses in Zeiten mit reger Zunahme von Eis- und Wassersportbegeisterten – aber leider auch in Zeiten von steigender Nichtschwimmerquote in der Bevölkerung…
Hier soll, auf Kosten der Sicherheit, Geld eingespart werden. Die Rede ist dabei nicht von hunderttausenden Euros.
Also scheint es weniger um das tatsächliche Sparpotential zu gehen, wenn man die Kosten für den Vorhalt dieser spezialisierten Hilfskräfte genauer betrachtet.
Wir sagen daher "NEIN!" zu den Plänen, die Gruppe abzuschaffen.
Die Taucher machen nicht nur unsere Stadt sicherer für alle Bürgerinnen und Bürger (und auch Ihre Kinder!), sondern sie sind zusätzlich weit über die Kreisgrenzen ein Garant für eine schnelle Notfallrettung zu Wasser. Auch in den Kreisen Steinburg, Dithmarschen, Pinneberg und weiter.
Wir bitten daher um die Unterstützung jedes einzelnen Mitbürgers. Sie können hier einige Grafiken und Vorlagen herunterladen, um auf den Sachstand hinzuweisen. Machen Sie klar, dass Sie sich nicht "zu Tode sparen" wollen.
Wir stehen gerne jederzeit für weitere (auch detailiertere) Informationen für Sie zur Verfügung.
Kontaktieren Sie uns in dieser Sache einfach über die E-Mail Adresse
NEIN@feuerwehr-itzehoe.de
NEIN-Aktion Update 09.04 2011:
Erstes Gespräch mit Politikern der Stadt Itzehoe
Überraschend kurzfristig vor unserer Vorstandssitzung, wurden der Wehrführer Peter Happe und der Leiter Tauchdienst Bernd Paulsen am 06.04.2011 von der IBF eingeladen, aktuelle Informationen über die Rettungstauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe in dem dortigen Fraktionstreffen zu geben.
In einem ca. einstündigen Gespräch konnten Hintergründe zur Gefährdungslage innerhalb der Stadt Itzehoe, zum Ausbildungsstand, zu Ausrüstungsfragen aber auch zu Haushaltsfragen erläutert werden. Wir konnten unserer Verwunderung Ausdruck verleihen, bei uns vorhandene Kompetenzen der Ehrenamtler bei Beschaffungen nicht genutzt zu haben und sich lieber für externe Berater zu entscheiden. Hierdurch entstehen aus unserer Sicht durchaus vermeidbare Mehrkosten und verzögerte Beschaffungen. Eine Itzehoer Besonderheit im Umgang mit der eigenen Freiwilligen Feuerwehr.
Es wurden einsatztaktische Zusammenhänge beschrieben und die Unterschiede zwischen Eis-und Wasserrettung und dem Feuerwehrtauchdienst erklärt. Insbesondere die Information über den dramatischen Ursprungseinsatz, der letztendlich zur Gründung der Rettungstauchergruppe vor 26 Jahren führte, und der im letzten Sommer stattgefundenen Tauchgänge zur Gefahrenbeseitigung nach einem schweren Badeunfall an der großen Tonkuhle, konnten die Bedeutung der Feuerwehrtauchergruppe verdeutlichen. Dieses immer wieder im Hinblick auf die recht hohen Fremdkosten, soweit hierfür gewerbliche Berufstaucher eingesetzt werden müssten.
Von Seiten der IBF wurde bereits weiterer Informationsbedarf in Form von informatorischen Besuchen bei Diensten unserer Freiwilligen Feuerwehr signalisiert.
Der Wehrführer und der Leiter Tauchdienst konnten an diesen Abend den Eindruck gewinnen, dass einige Fakten und Zusammenhänge zuvor schlichtweg nicht bekannt waren. Auch herrschte große Verwunderung bei den Politikern über die Erläuterungen zur Ausstattung und die damit in Zusammenhang stehenden Bemühungen der Freiwilligen Feuerwehr zur Kostenersparnis; damit auch über den niedrig angesetzten Mittelbedarf für den Vorhalt dieser spezialisierten Fachgruppe zum Schutz der Bürger Itzehoes.
Wir hoffen, dass andere Fraktionen ebenfalls die Möglichkeiten der Information durch uns nutzen werden. Nur durch Dialog und Information vor Ort können Fehleinschätzungen zum Nachteil der Bürger Itzehoes und des Umlandes verhindert werden.
Der Wehrführer und der Leiter Tauchdienst werden hierzu in der nächsten Woche ebenfalls den Bürgermeister und Bürgervorsteher treffen.
NEIN-Aktion Update 23.04 2011:
Informieren, diskutieren, erläutern..
Nach nunmehr zwei Wochen ohne Update möchten wir einen kurzen Zwischenstand über unsere "Sag-NEIN-Aktion" abgeben. Nachdem, wie unten geschrieben, die IBF-Fraktion unseren Wehrführer Peter Happe mit unserem Tauchleiter Bernd "Beppo" Paulsen zu einem Fraktionstreffen eingeladen hatten, erfolgte nun am Montag, den 18.04.2011 ein Gegenbesuch von Fraktionsvertretern auf der Feuerwache Itzehoe. Gemeinsam mit einigen Vorstandsmitgliedern der Feuerwehr konnten die Fragen unserer Besucher beantwortet und Erläuterungen zu anstehenden Beschaffungen gegeben werden. Alle Beteiligten äußerten sich anschließend zufrieden mit dem Verlauf des Besuches. Solche gegenseitigen Informationstreffen sind wichtig, um die Sachthemen richtig zu bewerten. Wir bedanken uns sehr für das Interesse an unserer Arbeit bei der IBF-Fraktion.
Zwischenzeitlich sind auch Gespräche beim Bürgermeister Dr. Koeppen zusammen mit dem Bürgervorsteher Köhnke erfolgt. Unverständlich war den Herren, wie das Jahr 2013 als Auflösungsjahr der Tauchergruppe in Norddeutschen Rundschau enstanden ist. Von hier sei dieses Datum nicht genannt worden. Vielmehr bemühe man sich, eine Lösung zum Erhalt der Gruppe zu finden. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse dieser Bemühungen.
Aber auch neue Einladungen sind ausgesprochen worden. So sind als nächste Termine Besuche bei der CDU und auch bei der FDP anberaumt. Hier wollen wir ebenfalls über die Thematik "Sicherheit der Bürger" sprechen, und unsere Sachthemen aus der Sicht der Feuerwehr schildern. Wir sind froh, nun diese Möglichkeit bekommen zu haben. Über die Ergebnisse auch dieser Gespräche werden wir hier natürlich weiter informieren.
NEIN-Aktion Update 10.05 2011:
Informieren, diskutieren, erläutern..Teil 2
Weiter geht es mit neuen Informationsveranstaltungen. Es wurden wieder Gespräche geführt. Diese zielen nun deutlicher auf den Erhalt der Tauchergruppe. Leider ist aber noch nicht die Finanzierungsfrage sicher geklärt, so hoffen wir jedoch nun auf ein positives Ende der Misere. Fest steht aber schon, dass die geführten Gespräche viele Missverständnisse beseitigen konnten und einige Fragem beantwortet wurden. Es bleibt also zumindest spannend.
NEIN-Aktion Update 20.05 2011:
Wieder hat sich viel in unserer Sache getan:
Am 02.Mai 2011 konnten der Wehrführer Peter Happe und der Leiter des Tauchdienstes Bernd Paulsen auch der FDP-Fraktion Rede und Antwort zu der aktuell öffentlich gewordenen Diskussion über die evtl. Auflösung der Rettungstauchergruppe stehen. Zusätzlich wurden aber auch weiter ausstehende Ersatzbeschaffungen angesprochen, da es hierbei mittlerweile einen Stau von drei Einsatzfahrzeugen für die Freiwilligen Feuerwehr gibt. Für uns zeichnete sich die konstruktive Gesprächsstimmung u.a. auch dadurch aus, dass von Seiten der Politik praktische Umsetzungen bei der Fahrzeugbeschaffung analog des Rettungsdienstes vorgeschlagen wurden, welche in den von uns erarbeiteten Konzepten bereits enthalten sind, nur eben bisher durch die Verwaltungsvorgaben zur Ausschreibung nicht umgesetzt werden konnten. Alle Beteiligten stellten heraus, dass die Interessen der Bürger an einer leistungsfähigen ehrenamtlichen Freiwilligen Feuerwehr gewahrt werden müssen.
Unsere Informationen und die Banner der Aktionsseite finden immer mehr Verbreitung durch die verschiedensten Plattformen und Web-Seiten. Neben interessierten Feuerwehrangehörigen und Tauchern aus den verschiedensten Fachgruppen, bekommen wir viele positive Wünsche und Unterstützungsangebote von Menschen, die sich einfach nicht mit einer Schließung der Feuerwehrtauchergruppe in Itzehoe einverstanden erklären wollen.
Unserer Idee, durch Information von Bürgern und Politikern auf die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der qualifizierten Wasserrettung innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr hinzuweisen, ist dann durch die Recherche des NDR Anfang Mai überraschend unterstützt worden. Hierdurch wurde am 04. Mai über die Welle Nord mehrfach über die Situation in Itzehoe berichtet. Zusätzlich wurde auch im Schleswig-Holstein Magazin ein Filmbeitrag gezeigt, der im Zusammenhang mit einem Übungsabend der Tauchergruppe gedreht wurde. Dabei konnten einige Kameraden der Tauchergruppe eindrucksvoll ihre Gedanken zu der kritischen Situation äußern.
Am 05. Mai gab es dann einen Bericht in der Norddeutschen Rundschau und wegen der überregionalen Bedeutung des Themas, ebenfalls auf der Landesseite der Zeitungen des SHZ.
Die folgenden Tage brachten uns eine Bestärkung durch unzählige Anfragen, Gespräche und Kontakte mit einer Vielzahl von Gesprächspartnern.
Vielen Dank dafür an alle Unterstützer!
Am 09.05.2011 folgten der Wehrführer und der Leiter Tauchdienst einer Einladung der CDU-Fraktion in das historische Rathaus. Dort konnten wir nach allgemeinen Ausführungen über unsere Einschätzung der Sachlage, in einer angeregten Diskussion offene Fragen erläutern und vorhandene Missverständnisse zu Fragen der derzeitigen und evtl. möglichen künftigen Finanzierung aller Feuerwehreinsätze, insbesondere der Einsätze der Rettungstauchergruppe, aufklären. Ein bedeutender Punkt könnte dabei die Überarbeitung der Gebührensatzung für Feuerwehreinsätze sein.
Auch in dieser Gesprächsrunde konnten wir unsere Einschätzung über die rechtliche Einordnung der Wasserrettung und Feuerwehrtaucherei als gesetzliche Aufgabe nach Landesrecht erläutern. Von Seiten der Politiker wurde Unterstützung, auch in Richtung des Landkreises, signalisiert.
In beiden Fraktionen wurden wir sehr offen empfangen und konnten zu konkreten Fragen Stellung nehmen, bzw. aktuelle Sachverhalte erläutern. Damit ist ein wichtiger vertrauensbildender Schritt möglich gewesen, welcher durch Einladungen der Fraktionen in die Feuerwache Itzehoe und zur weiteren Information- zur Teilnahme an Übungsdiensten der Tauchergruppe werden soll.
Die UWI-Fraktion teilte zusätzlich mit, dass unser Thema auf die Tagesordnungen des Finanzausschusses und der Kreisversammlung gesetzt werden sollen.
Wir wurden zu einem Gesprächsstammtisch der CDU mit Bürgern der Stadt, unter Teilnahme des Landrates, am 17.05. eingeladen, um unser Anliegen weiter zu unterstützen. Der Landrat referierte über die Zukunft des Kreises Steinburg und stand anschließend für Fragen der Gäste zur Verfügung.
Da unsere Sorgen auch eng mit der Zukunft des Kreises verbunden sind, war die Einladung zum Stammtisch eine thematisch passende Gelegenheit, den Landrat erstmals direkt zu informieren. Der Leiter des Tauchdienstes war gemeinsam mit dem stellvertretenden Wehrführer, sowie dem Zugführer des ersten Löschzuges und dem stv. Leiter Tauchdienst Teilnehmer der Veranstaltung und konnte den Gästen, wie z.B. MdL Rickerts, Hintergrundinformationen geben und Fragen beantworten. Wichtig war sicherlich dabei auch die Möglichkeit Nachfragen vom Vorsitzenden des Finanzausschusses des Kreistags, Herrn Mohr, unmittelbar beantworten zu können. Uns wurde Unterstützung durch die Fraktion signalisiert, um eine kostenoptimierte Lösung zum Erhalt der Tauchergruppe anzuschieben. Hierzu werden in der Finanzausschußsitzung am 23.05.2011 wohl die ersten Weichen gestellt. Der Landrat, welcher anmerkte selbst Wasserretter der DLRG zu sein, zeigte sich interessiert und offen für eine Prüfung eventueller, zukünftig an den Kreis herangetragener Anträge.
Die Teilnahme an dieser Veranstaltung konnte den eingeschlagenen Weg einer intensiveren Kommunikation und gegenseitigen Information zwischen den Bürgern in der Wehr und den Bürgern innerhalb der Politik weiter festigen.
Für die öffentliche Finanzausschusssitzung am 23.05.2011 sind der stv. Wehrführer und der Leiter des Tauchdienstes inzwischen eingeladen worden. Ein für uns sehr wichtiger Termin, da es dann auch um die Feuerwehrtauchergruppe gehen wird. Wir hoffen also auf Unterstützung durch Bürger und Kameraden der Wehr, verbunden mit der Hoffnung, dass unsere Informationen der Politiker bei den Entscheidern in den Ausschüssen der Ratsversammlung schon ein Umdenken bewirkt haben und nun alternative Einsparungsvorschläge erörtert werden können.
Wir werden Sie hier weiter auf dem Laufenden halten...
[Text: B. Paulsen]
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